Wir leben heute in einer Zeit, in der sich viele Menschen ihre persönliche Religion im Sinne einer Patchwork-Religiosität selbst zusammenstellen. Die Kirchen scheinen ihr Monopol auf spirituelle Wahrheit zu verlieren. Gewinnt da nicht das eigene Glaubensbekenntnis an Bedeutung? Ich bekenne mich zu dem Gott der Bibel, seinem Sohn Jesus Christus und dem Heiligen Geist. Dieser Glaube ist für mich eine Quelle der Kraft, des Trostes und des Vertrauens in eine Zukunft, in der am Ende immer die Auferstehung steht.
Rublevs Ikone stellt die Dreifaltigkeit durch drei Engel dar, die einst Abraham und Sarah als Boten Gottes aufsuchten.
Henry Nouwen schreibt in seiner Betrachtung zu diesem Bild: ?Niemals habe ich das Haus der Liebe schöner dargestellt gesehen als in der Ikone der Heiligen Dreifaltigkeit, gemalt von Andrej Rublev zum Andenken an den grossen Russischen Heiligen Sergius. Für mich wurde die Betrachtung dieser Ikone immer mehr ein Weg, tiefer in das Geheimnis des göttlichen Lebens einzutreten und gleichzeitig ganz und gar engagiert zu bleiben in dem Ringen unserer hass- und angsterfüllten Welt.? (H. Nouwen, Bilder Göttlichen Lebens, Herder Verlag).
Für mich ist diese Darstellung ein bildhaftes Zeichen für einen heiligen Raum, den man gerade in Zeiten seelischer Erschöpfung betreten und sich inmitten aller Unruhe wieder auf Gott besinnen und ausrichten kann. Sie lässt uns aber auch einen ersten ahnenden Blick auf die verborgene Schönheit Gottes tun.
Trinitäts-Ikone von Andrej Rublev, 1425 | Copyright by Buch-Kunstverlag Ettal. | www.kloster-ettal.de/kunstverlag